Geschichte von Meran
Eine Kurstadt erwacht aus dem Dornröschenschlaf
Prähistorische Funde zeugen von einer sehr frühen Besiedlung des Meraner Talkessels um ca. 2000 v.Chr.. Die Römer machten um 15 v.Chr. aus dem Ort "Castrum Majense" ein Militärlager am wichtigsten transalpinen Nord-Süd-Verbindungsweg. Die Via Claudia Augusta zeugt noch heute von dieser römischen Präsenz. Auch im Frühmittelalter spielt die strategische Lage Merans eine bedeutende Rolle für den Warenverkehr der neuen Besetzer, der Ostgoten, Franken, Langobarden und Bajuwaren. Und schließlich wird Meran im 13. Jahrhundert zur Stadt - sogar zur Landeshauptstadt und somit zum Mittelpunkt der Grafschaft Tirols ernannt. Meran wächst zu einem wichtigen Verwaltungszentrum heran. Bekannte Ansitze aus dieser Zeit zeugen von der damalige Bedeutung . Als 1363 die letzte Tiroler Gräfin, Margarethe Maultasch, abdankt, übernimmt das Haus Habsburg die Geschicke Tirols. Innsbruck wird zur neuen Landeshauptstadt und Meran verliert sehr rasch seine Vorrangstellung.
Erst zu Beginn des 19. Jhs. kommt Meran durch die Tiroler Freiheitskämpfe von 1809 wieder in das Blickfeld der Geschicke Tirols. Und bald darauf erlebt die Stadt jene umwälzenden Veränderungen, denen sie das Prädikat „Kurstadt“ zu verdanken hat. Bekannte Wissenschaftler und Ärzte zeigen erstmals großes Interesse für das besonders milde Klima der Stadt und aus dem kleinen verschlafenen Städtchen entwickelt sich ein mondäner Kurort. Der "Luftkurort" Meran wird zum beliebtesten Reiseziel des mitteleuropäischen Adels. Neben den Habsburgern, mit Sissi als wohl berühmtesten Gast, finden auch preußische, englische, französische und russische Adelsvertreter Gefallen am Klima und an der reizvollen Landschaft Merans. Nun erlebt die Stadt ihren größten Aufschwung, mit einem neuen Straßennetz, eleganten Hotelanlagen, neuen Freizeiteinrichtungen und mit der Errichtung des herrschaftlichen Meraner Kurhauses. Es werden jene Parkanlagen, Spazierwege und beliebte Grünzonen angelegt, welche noch heute das Flair dieser Stadt prägen.
Der erste Weltkrieg beschert dieser Blütezeit ein jähes Ende. In der Zwischenkriegszeit versucht man, die Schäden wieder gutzumachen. Das Meraner Kurbad und die Eröffnung des Meraner Pferderennplatzes sind die großen touristischen Attraktionen dieser Zeit.
Während des zweiten Weltkrieges wird Meran zur Lazarettstadt und bleibt so vor Bombardierungen bewahrt. Trotz der wirtschaftlich verheerenden Folgen des Kriegs sind die Strukturen Merans erhalten geblieben und man geht rasch an den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Und tatsächlich gelingt es, Meran zu einem der wichtigsten Fremdenverkehrsorte Südtirols zu machen.
Im beginnenden 21. Jahrhundert setzt Meran mit der Eröffnung der neuen Therme Meran den Meilenstein für eine neue Ära als Thermal- und Kurstadt. Getragen vom Charme dieser langen Tradition und von seiner Entwicklung hin zur Kulturstadt reizt Meran durch seine einzigartige Ausstrahlung als mediterrane Stadt mitten im Alpenraum.



